
Unser großes Outback-Abenteuer begann mit einer langen, langen Zugfahrt. Da wir uns die ca. 1300 km auf dem Highway nicht geben wollten, verließen wir Adelaide am Sonntag, den 15. März, mit dem legendären Ghan.
Nach einer Party mit leckerem Wein, diversen Zugbekanntschaften (in der Bahn trifft man ja bekanntlich immer die komischsten Leute) und einer Nacht auf dem Abteilboden, erreichten wir nach 27 Stunden Alice Springs. Neben muckeligen 38 Grad begrüßten uns auch gleich die Ersten von geschätzten 10 000 000 Fliegen, die es sich zur Lebensaufgabe gemacht haben, einem zu Reinigungszwecken in Mund, Nase, Augen und Ohren krabbeln zu wollen. Sie können nicht verstehen, dass man als handelsüblicher Europäer von dem Service nicht wirklich angetan ist und bleiben hartnäckig am Ball. Alice Springs ist eine staubige, etwas miefige, aber recht sympathische Stadt, was aber vor allem wohl daran liegen mag, dass man einfach erstaunt ist, eine richtige Stadt in der Einöde anzutreffen.
Am nächsten Morgen ging es früh um sechs los. Wir hatten das Glück, während unserer Fahrt wilde Kamele, Wildpferde und verschiedene Echsen von stachelig bis 1 Meter lang zu sehen. Neben den Wundern der Tierwelt, erlebten wir noch andere Dinge. Wir kletterten durch den Kings Canyon, besuchten den Kata Tjuta National Park und natürlich DEN Stein schlechthin: Uluru. Wir konnten erstaunt feststellen, dass dieser von 1000 Fotos und Postkarten bekannte Stein von seinem Zauber und seiner Anziehungskraft verliert, je näher man ihm kommt. Beeindruckend ist er allein aufgrund seiner Größe auch aus der Nähe noch, von weitem jedoch, im Licht der untergehenden Sonne leuchtend, ist es was Besonderes.

Geschlafen haben wir während der dreitägigen Tour in swags (1 Mann-Zelte) auf dem roten Sandboden unter einem sagenhaften Sternenhimmel. Die Milchstraße war deutlich zu sehen, das Kreuz des Südens haben wir endlich gesichtet, einigen Mitgliedern aus unserer Gruppe erklärt, dass man den Nordstern in der südlichen Hemisphäre wohl eher nicht sehen kann und natürlich fielen jede Menge Shooting Stars.
Nach der Rückkehr zum Hostel feierten wir noch eine Party mit der Gruppe, was sich auch unser "german couple" Gisela und Peter nicht entgehen ließ. Die beiden rüstigen Rentner haben für viel Unterhaltung gesorgt und während der drei Tage, die wirklich anstrengend waren, tapfer durchgehalten.
Nach einem Tag zur Erholung, verließen wir Samstag Central Australia und flogen weiter in den tropischen Norden nach Cairns. Jetzt sitzen wir im Gewächshausklima, haben aber endlich mal wieder Internet :)