Ein wenig Schwank aus unserem Leben
Wir sind jetzt schon drei Wochen in Sydney und dachten, dass waere ne Gelegenheit, mal wieder was zu schreiben. Fotos koennen wir gerade nicht reinstellen, es gab aber auch gar nicht soviel zu fotografieren, was Dirk natuerlich nicht davin abhaelt, den Ausloeser seiner Kamera trotzdem zu strapazieren.
Die Zeit vergeht hier, auch ohne Job, sehr schnell. Dirk geht morgens brav zur Schule, waehrend ich quasi Urlaub mache, den Tag langsam angehen lasse und stundenlang mit den anderen aus dem Hostel auf der Dachterasse sitze, Tee trinke und schnacke. Unser Job als Nightmanager im Hostel ist echt lau, nur eben etwas langweilig, aber wir wollen uns mal nicht beschweren.
Was es noch zu berichten gibt:
Letzte Woche bis einschliesslich Samstag war es, selbst fuer Sydney zu dieser Zeit, unfassbar heiss und stickig in der Stadt, leckere 38 Grad, in unserem Schlauch von Zimmer gefuehlte 45 Grad (Klimaanlage faellt aus wegen ist nicht). Wir waren am Strand und im Freibad, auch ok:)
Samstag haben alle nur gelitten und jeder war darauf bedacht, sich so wenig wie moeglich zu bewegen. Ich hatte auch noch schoen Fieber, was bei der Hitze ein besonderes Vergnuegen ist, bin jetzt aber wieder fit, Dirk hat mich hervorragend untergemuttert und gut versorgt. Nur unseren Ausflug in den Zoo mussten wir lassen, wieder nix mit cuddling a koala.
Sich die Zeit mit Fernsehn vertreiben geht auch nicht, ausser Tennis kommt nichts im Moment, zum Glueck spielen sie mittlerweile schon die Viertelfinals. Dirk hat dann Samstag abend noch in Kultur gemacht und im Rahmen des Sydneyfestivals ein Syphoniekonzert im Park angehoert. Wieder ganz begeistert und ich ein wenig neidisch.
Wie es scheint koennen die Australier nur bei Sportevents feiern. Montag war naemlich Australia Day - und wehe dem, der Grosses erwartet hat. Die Ankuendigungen und die Bilder vom letzten Jahr waren vielversprechend und so stuerzten Dirk und ich uns, bei geschaetzten, klebrigen 92% Luftfeuchtigkeit, voller Erwartungen ins Getuemmel. Es war zwar eine Menge Menschen unterwegs, aber sonst war leider absolut tote Hose, keine Party. Ein wenig KInderbelustigung mit Alvin and the Chipmunks, ein paar Imbissbuden (Calamaris, Aussie BBQ, Poffertjes (!), Turkish Gozlem und Thai - nicht mal ne richtige Frittenbude oder wenigstens die Sauerkrautsisters:) ), zwei oder drei Bierbuden (ja, richtig gelesen) mit dem netten Hinweisschild 4 drinks limit per person und das wars dann auch schon. Achja, noch ein paar Oldtimer und alte Militaerfahrzeuge und ein paar Schiffchen im Hafen. Kulturelles- Fehlanzeige. Bei dem hier vorherrschenden Nationalstolz haetten wir zumindest ne Blaskapelle und Fahnenschwenkerei erwartet. Wir wollten uns dann noch die Bands in der Altstadt anhoeren (rocksongs in the rocks), aber es fing zu allem ueberfluss an zu regnen und hoerte auch die naechsten 20 Stunden nicht mehr auf. Das Feuerwerk haben wir uns dann gespart. Also die Party war echt ein Knaller!
Wegen der Hitze der letzten Woche haben wir uns in Museen gefluechtet, was neben dem Vorteil einer funktionierenden Klimaanlage auch noch sehr interessant und informativ war.
Das Polizeimuseum war sehr nett, unter anderem haben wir erfahren, warum die hier so ein Theater um Alkohol machen.
200 Jahre in Kurzfassung:
1. Die ersten Siedler mussten sich hier einfach betrinken, weil das Leben in dieser unwirtlichen Strafkolonie sonst nicht ertragen haetten.
2. Dann haben ein paar Leute mit Alkohol zuviel Geld verdient, was anderen wiedrum nicht passte, wie immer, also wurden Steuern erhoben. Die Einfuhrsteuer von einem Bundenstaat in den naechsten war so absurd hoch, dass man das Bier auch gleich aus England importieren konnte.
3. Ende den 19. Jh. / Anfang 20. Jh haben sich die Leute in den Staedten schlicht und einfach den Kopp zugesoffen und sich dann staendig umgebracht und so. Also gabs ne Sperrstunde. Diese wurde dann von 22 Uhr auf 18Uhr abends herabgesetzt. Was macht der gewitzte Sydneysider? Er geht direkt nach der Arbeit in den Pub, lattet sich in einer Stunde ab und faellt dann um 18 Uhr knuelle auf die Strasse, aber nicht, ohne vorher noch schnell wem die Nase zu brechen. Die Sperrstunde wurde dann wieder auf 22 Uhr hochgesetzt.
4. Sie habens einfach versaut (boese Zungen sagen, dass seien die englischen Gene) und deshalb muessen wir jetzt fuer nen Traeger Bier 16 AU$ bezahlen, so zehn Euro. Besten Dank auch ;)
Dann waren wir noch im Australian Museum, Sydneys Naturkundemuseum, es war herrlich. Jede Menge aufgespiesste und ausgestopfte Insekten und Tiere, eine Austellung der Gewinner des GEO wildlife Fotowettberwerbs 2008 (die bilder waren echt der wahnsinn), eine Dino- und Skelettaustsellung, Aborigines Kunst und eine Ausstellung ueber vergangene Expeditionen in das nicht weit entfernte Papua Neuguinea. Es war wirklich sehr spannend und wir haben in zwei Stunden kaum alles geschafft (Dirk muss ja auch jedes Schild lesen;)).
Die Knallerabteilung, war die, die sich mit den Eigenheiten der australischen Tierwelt befasst hat. Und neben jedem der Bildchen oder Ausstellungsstuecke stand ein ellenlanger Bericht, auf welche bestialische Art und Weise, dich dieses reizende Tierchen toeten oder zumindest in deiner Gesundheit stark beeintraechtigen kann. Es gab auch noch ausgestopfte Wombats, Wallabys und Koalas, aber die waren ja sowas von abgegriffelt. der Koala hatte gar kein Pluesch mehr an den Ohren und der Wombat nen nackten Hintern. Besonders reizend war ein ausgestellter Urwombat in der groesse eines Grizzlybaeren, nicht sehr sympathisch und gar nicht mehr niedlich. Was fuer ein Spass.
Gestern waren wir bei ALDI shoppen und indisch essen - nein, das ist ganz bestimmt ein mildes curry:)
Bald mehr von uns, das reicht ja auch erstmal, ich muss das internet raeumen, lg tine

