Von fröhlichen Einführungstagen, dramatischer Entscheidungsfindung und großem Elend!
Noch nicht ganz in Sydney angekommen und schon gleich in den Bann gezogen. Vom Flughafen ging es direkt zum Hostel und von dort mit Tine durch die Stadt – der Tag hat hier ja erst angefangen und es sollte noch viel an Eindrücken auf mich hereinbrechen. U.a. wie sehr man sich in der heutigen Zeit über ein Vollkornbrot zum Geburtstag oder auch einfach nur über ein mitgebrachtes Netbook freuen kann. Und als dann die erste Nacht über die Stadt kam und ich diesen unglaublichen Ausblick inkl. Känguru-Steak genießen konnte wurde es Zeit für die erste Nacht. Naja man macht hier eben alles zum ersten Mal – auf der anderen Seite der Welt! Dirk hat trotz Schule jeden Abend gut mit durchgehalten und ist am morgen tapfer aufgestanden. Tine und ich konnten immerhin solange schlafen, dass wir noch in Ruhe frühstücken konnten bevor wir Dirk dann von der Schule abgeholt haben. Nebenbei mussten auch noch solch wichtige Sachen wie Auto kaufen oder Auto mieten geklärt werden. Gut das wir uns nach der ersten schwer getroffenen Entscheidung noch einmal neu orientieren mussten! Ein richtiges Highlight für jemanden der gerade aus dem Winter zugereist ist war natürlich der berühmt-berüchtigte Bondi-Beach! Wieder ein erstes Mal und zwar diesmal im Pazifik schwimmen. Verdammt kalt und überraschend kräftig, dafür das der Beach nur eine Bucht von der Größe des Godelheimer Teiches ist! Morgen geht es dann endlich weiter. Der Linksverkehr an sich ist ja schon eine mittelgroße Herausforderung: Aber alles wird gut!
Soviel von mir – Florian
Dirk schreibt:
Auf zur Entscheidungsneurose. Der Dreh- und Angelpunkt dieser seltsamen Erscheinung bestand im Wesentlichen aus 2 gewichtigen Teilen – dazu gleich ein bisschen Fließtext. Nicht vernachlässigt werden darf der alltägliche Kleinkram, der uns immer wieder zu innerlich zerreißenden Entscheidungsfindungsprozessen veranlasst. So z.B.: „Welchen Frischkäse nehmen wir denn?“ bzw. „Ist das denn überhaupt Frischkäse?“ oder „Welche Saucen nehmen wir denn zu den Nudeln und zu welchen Nudeln überhaupt?“ Alles nicht so einfach.
Soweit dazu. Jetzt zu dem, was uns etliche Stunden unserer kostbaren Zeit gestohlen hat.
1.Auto mieten oder Auto kaufen ?
Etliche Recherchen in Reiseführern, Internetforen und mehrmals über den Haufen geworfene Reiseplanungen bildeten die Basis für ein totales Chaos in unseren aufgewärmten Gehirnen. Argumente flogen durch die Luft, die langsam aber sicher immer mehr von Ratlosigkeit getränkt war.
Aber nachdem wir dann mal eine Probefahrt mit einem alten Holden Commodore, sprich Opel Omega gemacht haben, wurde einiges transparenter. Der Besitzer der Karre, ein Deutscher Ende 20, hat schon seit mind. 10 Tagen versucht die Schleuder loszuwerden. Ein ähnliches Schicksal hätte uns wohl auch geblüht. Aufgrund seiner Verzweiflung konnte man ihn im Preis auch glatt mal um $500 drücken. Wann er das letzte Mal nach dem Öl geguckt hat oder denn mal welches aufgefüllt hat, wusste er auch nicht so wirklich. Das Reifen waren nach seiner Ansicht auch noch totaaaal ausreichend. Slicks sind ja auch ganz nett. Sehr vertrauenswürdig, wenn man durch die Pampa fährt. Also Auto mieten.
2. Auto mieten, aber wo und was für eins?
Wir hatten die Wahl. Wohlbekannter Autovermieter wie Hertz, Sixt oder Europcar oder ein auf Backpacker spezialisierter Vermieter. Hatten uns schon darauf geeinigt, bei dem Zweiten einen alten Holden Kombi mit Campingausrüstung (für den Notfall bzw. um mal irgendwo in der Pampa anzuhalten und zu grillen) zu mieten. Sind dann auch nach geschätzten 4 Stunden und der Anfertigung einer Excel-Vergleichstabelle (ja, ich gebs zu-da kam der Controller in mir zur Sprache) losgegangen. Als wir dann nach einer ¾ Std. Wartezeit endlich ein Angebot eingeholt haben, wurde alles noch einmal über den Haufen geworfen, da die Preise wieder anders als angenommen waren.
Eine neu angefertigte Exceltabelle führte uns dann schließlich in die Arme von Europcar. Dort haben wir uns von der günstigsten Klasse, einer Reisschüssel mit 3 Türen durch Argumente wie „Ach, die $10 mehr“ 3 Fahrzeugklassen hochgeschaukelt. Jetzt bekommen wir immerhin ne schicke Limousine.
So, meine Lieben, falls ihr es bis hierher durch die ausführlichen Berichte meiner Mitreisenden geschafft habt, kommt jetzt der gut gemeinte Rat: Kauft niemals nicht größere Mengen Wein im Tetrapack!
Donnerstag Abend, wir hatten frei und wollten zur Feier des Tages nach unserem Strandausflug und leckerem Essen, ein wenig gekühlten Wein auf der Dachterrasse genießen. Flo hatte noch von seinem ersten Einkauf im Bottle Shop ein 4Liter TetraPack im Kühlschrank – der geneigte Leser erkennt an dieser Stelle bereits das Dilemma. Da die Hostelküche keine drei Gläser mehr hergab, griff ich zum guten Kaffebecher, Dirk und Flo entschieden sich für kleine Tässchen, was sich als fataler Fehler herausstellte. Das Elend nahm seinen Lauf. Dank meines Kaffeebechers behielt ich gerade noch den Überblick, was meinen beiden Tässchennutzern nicht möglich war. Ende vom Lied, der Wein war alle.
Der nächste Morgen war geprägt von fröhlichem, munterem Treiben - nicht wirklich. Nach Einschätzungen der jeweiligen Gesundheitszustände, hat Flo wohl 2 Liter getrunken, Dirk 1 ¼ und ich des Rest. Wie der arme Dirk es bis in die Schule geschafft hat, ist mir ein Rätsel. Flo und ich waren schwerstens elendig und mussten regenerieren bis Dirk aus der Schule kam. Nach einem ausführlichen Nutellafrühstück am Nachmittag ging es langsam wieder bergauf.
Gestern Abend haben wir dann Bier getrunken – besser ist das!
Flo und Dirk haben den einheimischen Bieren mutig eine ausführliche Exkursion gewidmet, das Ergebnis ist vernichtend. Das deutsche Reinheitsgebot scheint den Geschmack unwiderruflich geprägt zu haben. Bis die Tage, Tine

3 Kommentare:
Hey Ihr! Freut mich ja zu hören, dass deutsches Bier den Drink-Contest für sich entscheiden konnte. Okay, das ist jetzt nicht so die Überraschung, aber immerhin für euch ein guter Grund wiederzukommen :-)
Ist das eigentlich bei euch, wo es momentan so heiß ist und die Wälder abfackeln?
Wann und wohin fahrt ihr eigentlich mit eurem schickem Auto? Oder wisst ihr das selbst noch nicht?
Jedenfalls viel Spaß auf der falschen Straßenseite und kommt heil an. Bis dann!
9. Februar 2009 um 00:55
juuhuu eine postkarte aus sidney (: vielen dank! ja da passt echt mal auf mit dem feuer da. klingt ja schlimm...
dann schon mal viel spaß auf eurer bestimmt abenteuerlichen reise ^^
Matze
10. Februar 2009 um 00:37
Von mir auch ein herzliches DANKE für die Postkarte :)...
10. Februar 2009 um 03:51
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