Donnerstag, 29. Januar 2009

Ein wenig Schwank aus unserem Leben

Wir sind jetzt schon drei Wochen in Sydney und dachten, dass waere ne Gelegenheit, mal wieder was zu schreiben. Fotos koennen wir gerade nicht reinstellen, es gab aber auch gar nicht soviel zu fotografieren, was Dirk natuerlich nicht davin abhaelt, den Ausloeser seiner Kamera trotzdem zu strapazieren.
Die Zeit vergeht hier, auch ohne Job, sehr schnell. Dirk geht morgens brav zur Schule, waehrend ich quasi Urlaub mache, den Tag langsam angehen lasse und stundenlang mit den anderen aus dem Hostel auf der Dachterasse sitze, Tee trinke und schnacke. Unser Job als Nightmanager im Hostel ist echt lau, nur eben etwas langweilig, aber wir wollen uns mal nicht beschweren.

Was es noch zu berichten gibt:
Letzte Woche bis einschliesslich Samstag war es, selbst fuer Sydney zu dieser Zeit, unfassbar heiss und stickig in der Stadt, leckere 38 Grad, in unserem Schlauch von Zimmer gefuehlte 45 Grad (Klimaanlage faellt aus wegen ist nicht). Wir waren am Strand und im Freibad, auch ok:)
Samstag haben alle nur gelitten und jeder war darauf bedacht, sich so wenig wie moeglich zu bewegen. Ich hatte auch noch schoen Fieber, was bei der Hitze ein besonderes Vergnuegen ist, bin jetzt aber wieder fit, Dirk hat mich hervorragend untergemuttert und gut versorgt. Nur unseren Ausflug in den Zoo mussten wir lassen, wieder nix mit cuddling a koala.
Sich die Zeit mit Fernsehn vertreiben geht auch nicht, ausser Tennis kommt nichts im Moment, zum Glueck spielen sie mittlerweile schon die Viertelfinals. Dirk hat dann Samstag abend noch in Kultur gemacht und im Rahmen des Sydneyfestivals ein Syphoniekonzert im Park angehoert. Wieder ganz begeistert und ich ein wenig neidisch.

Wie es scheint koennen die Australier nur bei Sportevents feiern. Montag war naemlich Australia Day - und wehe dem, der Grosses erwartet hat. Die Ankuendigungen und die Bilder vom letzten Jahr waren vielversprechend und so stuerzten Dirk und ich uns, bei geschaetzten, klebrigen 92% Luftfeuchtigkeit, voller Erwartungen ins Getuemmel. Es war zwar eine Menge Menschen unterwegs, aber sonst war leider absolut tote Hose, keine Party. Ein wenig KInderbelustigung mit Alvin and the Chipmunks, ein paar Imbissbuden (Calamaris, Aussie BBQ, Poffertjes (!), Turkish Gozlem und Thai - nicht mal ne richtige Frittenbude oder wenigstens die Sauerkrautsisters:) ), zwei oder drei Bierbuden (ja, richtig gelesen) mit dem netten Hinweisschild 4 drinks limit per person und das wars dann auch schon. Achja, noch ein paar Oldtimer und alte Militaerfahrzeuge und ein paar Schiffchen im Hafen. Kulturelles- Fehlanzeige. Bei dem hier vorherrschenden Nationalstolz haetten wir zumindest ne Blaskapelle und Fahnenschwenkerei erwartet. Wir wollten uns dann noch die Bands in der Altstadt anhoeren (rocksongs in the rocks), aber es fing zu allem ueberfluss an zu regnen und hoerte auch die naechsten 20 Stunden nicht mehr auf. Das Feuerwerk haben wir uns dann gespart. Also die Party war echt ein Knaller!

Wegen der Hitze der letzten Woche haben wir uns in Museen gefluechtet, was neben dem Vorteil einer funktionierenden Klimaanlage auch noch sehr interessant und informativ war.
Das Polizeimuseum war sehr nett, unter anderem haben wir erfahren, warum die hier so ein Theater um Alkohol machen.
200 Jahre in Kurzfassung:
1. Die ersten Siedler mussten sich hier einfach betrinken, weil das Leben in dieser unwirtlichen Strafkolonie sonst nicht ertragen haetten.
2. Dann haben ein paar Leute mit Alkohol zuviel Geld verdient, was anderen wiedrum nicht passte, wie immer, also wurden Steuern erhoben. Die Einfuhrsteuer von einem Bundenstaat in den naechsten war so absurd hoch, dass man das Bier auch gleich aus England importieren konnte.
3. Ende den 19. Jh. / Anfang 20. Jh haben sich die Leute in den Staedten schlicht und einfach den Kopp zugesoffen und sich dann staendig umgebracht und so. Also gabs ne Sperrstunde. Diese wurde dann von 22 Uhr auf 18Uhr abends herabgesetzt. Was macht der gewitzte Sydneysider? Er geht direkt nach der Arbeit in den Pub, lattet sich in einer Stunde ab und faellt dann um 18 Uhr knuelle auf die Strasse, aber nicht, ohne vorher noch schnell wem die Nase zu brechen. Die Sperrstunde wurde dann wieder auf 22 Uhr hochgesetzt.
4. Sie habens einfach versaut (boese Zungen sagen, dass seien die englischen Gene) und deshalb muessen wir jetzt fuer nen Traeger Bier 16 AU$ bezahlen, so zehn Euro. Besten Dank auch ;)

Dann waren wir noch im Australian Museum, Sydneys Naturkundemuseum, es war herrlich. Jede Menge aufgespiesste und ausgestopfte Insekten und Tiere, eine Austellung der Gewinner des GEO wildlife Fotowettberwerbs 2008 (die bilder waren echt der wahnsinn), eine Dino- und Skelettaustsellung, Aborigines Kunst und eine Ausstellung ueber vergangene Expeditionen in das nicht weit entfernte Papua Neuguinea. Es war wirklich sehr spannend und wir haben in zwei Stunden kaum alles geschafft (Dirk muss ja auch jedes Schild lesen;)).
Die Knallerabteilung, war die, die sich mit den Eigenheiten der australischen Tierwelt befasst hat. Und neben jedem der Bildchen oder Ausstellungsstuecke stand ein ellenlanger Bericht, auf welche bestialische Art und Weise, dich dieses reizende Tierchen toeten oder zumindest in deiner Gesundheit stark beeintraechtigen kann. Es gab auch noch ausgestopfte Wombats, Wallabys und Koalas, aber die waren ja sowas von abgegriffelt. der Koala hatte gar kein Pluesch mehr an den Ohren und der Wombat nen nackten Hintern. Besonders reizend war ein ausgestellter Urwombat in der groesse eines Grizzlybaeren, nicht sehr sympathisch und gar nicht mehr niedlich. Was fuer ein Spass.

Gestern waren wir bei ALDI shoppen und indisch essen - nein, das ist ganz bestimmt ein mildes curry:)

Bald mehr von uns, das reicht ja auch erstmal, ich muss das internet raeumen, lg tine

Montag, 19. Januar 2009

Sydney - Sydney bei Nacht und in Stimmung






Einen schoenen guten Tag,
wir haben es auch mal wieder zu einem computer geschafft, der bilder einlesen kann.


links: Harbour Bridge bei Nacht. Mehr worte bedarf es ja nich. Sind inzwischen auch schon einmal drueber gelaufen. es nimmt kein Ende. aber dafuer bietet der Blick unter dem Stacheldraht und dem Stahlzaun eine nette Aussicht. Wer mehr will, muss riskieren, 2200 Australische Dollar an einen der netten Sicherheitsleute auf der Bruecke zu spenden. Teurer Suizidversuch.












und nun ladies and gentlemen. we proudly present:
den Ausblick vom schoensten Hafen der Welt auf die Stadt mit ihren viel zu lange beleuchteten Buerogebaeuden. Wer glaubt, dass die da noch arbeiten, der irrt sich. alles nur show:) wo wir gleich beim Thema waeren.















Donnerstag: Filmfestival im Darling Harbour "films on floats". zur verbesserung unserer Sprachkompetenz gabs erstmal einen deutschen Film, aber mit englischen Untertitel, wo bei Run Lola Run ja auch soviel gesprochen wird. Das ganze wurde dann mit eletronischer Live-Musik hinterlegt. Nett anzusehen waren auch die leute vor uns, die nicht unter der Bruecke, sondern mitten im stuermischen Regen sassen. Tja, shit happens.















am Samstag dann ein Hoehepunkt auf dem Sydney-Festival: the legend gipsy kings and queens live in concert for free!!! das war ja sowas von toll, wir sind begeistert und tausende andere auch.
festival in australien: jede menge fress buden unter anderem die sauerkraut sisters - aber weit und breit keine bierbude!! und sowas nennt sich festival, da sind die wirklich stur hier:) dafuer hat sich jeder eine grosse flasche "saft" mitgebracht :) wir auch!!
ach ja, uns gehts gut!






























Mittwoch, 14. Januar 2009

Lecker, schmecker, kaenguru!

wir haben eben roo-steak gegessen. soll ja sehr gesund sein, es war aber nebenbei auch sehr lecker, fast wie rindfleisch und sehr guenstig. eine mango kostet soviel wie zwei steaks.
dirk waescht gerade socken.
sonst gabs nichts spannendes.
ich habe meine sammlung kurioser jobangebote erweitern koennen, ich wurde auf der strasse angequatscht, ob ich nicht meine haare verkaufen wollte - klar tolle idee, nein danke. was richtiges ist noch nicht gefunden.
gehen jetzt gleich den hafen in abendstimmung besichtigen, das gibt postkartenmotivfotos :)

Dienstag, 13. Januar 2009

"Job-seeking down under" oder "Wofuer braucht man kein Certificate?"

Heute war der zweite glorreiche Tag unserer Jobsuche ... und es laeuft bombig. die jobs liegen nur so auf der Strasse - wir koennen uns einfach nicht entscheiden - im Land der unbegrenzten Moeglichkeiten...ah nee, das war ja woanders...

Nee, zurueck zur Realitaet. Die Jobsuche war vergeblich. Momentan sind erstens Ferien, d.h. Studenten und Schueler wollen die gleichen Jobs. Zweitens - 4 Wochen scheinen selbst fuer Gelegenheitsarbeiten zu wenig zu sein...und wenn, dann braucht man eins von mindestens 3750 Zertifikaten fuer jede Gelegenheit. So verlangen die Fastfoodketten ein Burgerbraterdiplom, die Discotheken ein Hierkommstdunetrein-Certificate bzw. ein "ichkannjetztauch offiziell die Kaffeemaschine bedienen und treffe sogar das Glas beim Ausschenken von Getraenken". Soweit zum Arbeitsmarkt in Australien...was dazu fuehrt, dass uns ausser Aepfel, Mango und Blumenkohlpfluecken keine Arbeitsalternative bleibt...gut, dass wir vom Land kommen...

was gabs sonst noch:

Tine wurde in einem Backpacker eingeschlossen (auf der Suche nach dem schwarzen Brett dort), anschliessend gabs einen Espresso von einer original italienischen dicken mama, alias louis vuitton verkaeuferin, weil tine waehrend der mittaeglichen hitze fast zusammengeklappt ist. trotz aller widrigkeiten hat sie mich puenktlich von der schule abgeholt.
ja, damit waeren wir beim Thema - Schule. Fuehle mich dort wie am Zuckerhut bei den vielen Brasilianer/innen. Manchmal aber auch wie beim Asia-Imbiss in der Hildesheimer Fussgaengerzone bei den vielen Koriandern, Japanesen und Chinonesen.
Highlights hier sonst noch: ich denke, ich werde mich jetzt nur noch mit Stephen oder James anreden lassen. Die Verunstaltung meines Namens geht mir doch zu weit. Ansonsten habe ich Steve Urkel in der koreanischen Version getroffen (Fotos werden bestimmt noch folgen). Soweit die aktuellsten Meldungen. Wenn wir uns nich mehr in regelmaessigen Abstaenden hier melden sollten, stehen wir vielleicht schon bei McDreck oder der Lueneburger German Bakery hinter dem Tresen und kompensieren die Haushaltskasse...obwohl guenstiges Essen kann auch gut sein-so sind 2 Kaengurusteaks schon fuer umgerechnet 5 Euronen zu erwerben.

wie diese schmecken werden und was wir sonst noch erleben erfahrt ihr nach der naechsten Maus

Sonntag, 11. Januar 2009

Sightseeing Teil II - Bondi Beach




jaha, waehrend ihr euch in deutschland den arsch abfriert, grillen wir in der sonne:) heute war es schoen warm und wir haben einen ausflug zum beruehmten bondi beach gemacht und sind danach zu fuss durch die halbe stadt zurueck zum hostel gelatscht, fuesse qualmen, wir koennen nicht mehr, dirk hat sonnenbrand auf den fuessen (das gibt schmerzen morgen). sonst ist alles gut, jetzt regnets gerade, macht aber nichts, wir gehen ja bald schlafen.


was heute sonst noch war:
wir durften zeuge werden, wie die Putzkolonne in unserem hostel arbeitet - das erklaert natuerlich einiges, was den zustand hier angeht. putzen auf australisch heisst wohl, den dreck gleichmaessig auf groesstmoeglicher flaeche zu verteilen (krampf, es gibt keine umlaute auf der tastatur).
dirk hatte heute morgen im bad das besondere vergnuegen, sich den weg durch rueckgekoppeltes bier englischer zimmernachbarn zu bahnen. das gespraech mit dem grossen weissen telefon, ging bei einigen wohl daneben. da schmeckt das fruestueck doch gleich viel besser :P
was wir gelernt haben:
viele menschen essen nudeln zum fruestueck mit einem erlesenen glas heissem wasser aus dem hostelkran. teebeutel fehlanzeige. sparen sie?
fuesse beim eincremen nicht vergessen.
morgen mehr, wir muessen unsere geschundenen knochen schonen. in schuechen durch die ganze stadt... das ist wahrer einsatz und was wir schon alles gesehen haben. gute nacht
dirk und tine

Samstag, 10. Januar 2009

Sightseeing Teil I - Yes, we saw harbour bridge and opera house



Zu Ihrer Linken sehen Sie die beruehmte Harbour Bridge. Es ist warm, der Himmel ist blau und wir machen einen Ferientag :) Nach den Anstrengungen der letzten Tage. P.S. we are still unemployed and we like it! Heute ist Samstag und wir haben unseren Lebenslauf aufgemoebelt und sind jetzt geruestet fuer die Suche, aber eben erst morgen oder so. Haben heute Bier gekauft. Grosse Flaschen, weil die kleinen einen noch hoeheren Einheitspreis haben. 3Euronen fuer einen dreiviertel Liter-da faengt ja das Pferd an zu kotzen. zurueck zum Thema....

es war uebrigens ziehmlich windig heute:)


Dieses wunderschoene Beweisfoto wurde im Royal Botanic Garden aufgenommen - im Hintergrund (gleich wenn man an dirks kopf vorbei guckt, ich bin ja fast nicht drauf) sieht man sydneys opera house. Der Botanische Garten ist wirklich traumhaft schoen inkl. Riesenflughunden, die gemuetlich an den Baeumen haengen und auf ihren Einsatz warten (Bruce Wayne laesst gruessen).


was heute sonst noch war: Dirk wurde von einer original sydneyschen Moewe beschissen - bringt Glueck, bestimmt :)


Was wir schon gelernt haben:

Vorsicht vor allem was fliegt, ausgenommen die Papageien aus Glebe.

Nachnamen sind hier Schnee von gestern. Hier hat man nur Vornamen.

Linksverkehr gilt auch auf Rolltreppen.

Vollkornbrot ist Mangelware und nur zu Schwarzmarktpreisen erhaeltlich.


Kangaroo balls sind beliebte Souveniers

Kleine Korrektur, Sydney liegt natuerlich am Pazifik und nicht am indischen Ozean


Freitag, 9. Januar 2009

Angekommen in Sydney - "Are you lost?"



Hallo ihr zusammen,

wir haben es tatsaechlich bis nach sydney geschafft. und wohnen genau da, wo das foto ist, mitten in da city. trotz unseres meisterhaften englischs sind wir stolze besitzer eines bankkontos, einer australischen telefonnummer (spielt fuer euch wohl eher keine rolle) und einer australischen steuernummer - yeah! das ganze hat uns 2 1/2

tage und ein paar nerven gekostet. aber die aussies sind so sagenhaft freundlich, das ist fast schon zuviel fuer unsere ostwestfaelisch gepraegte lebensweise. kaum steht man einmal an der strassencke und sucht das schild oder hat vielleicht sogar den stadtplan in der hand, sprechen einen nette, besorgte menschen jeden alters an "are you lost? may i help you?" (3 mal in einer stunde und dabei wussten wir fast wo wir waren).

wir ihr auf dem foto sehen koennt, KEIN blauer himmel, es ist nicht mal besonders warm, 20 grad und nieselregen, yeah baby! sydney weist 300 sonnentage in jahr auf, wir haben jetzt schon zwei von den anderen gehabt. vorhersage fuer naechste woche, shower possible, ab mittwoch thunderstorm bei max 24 grad - bondi beach muss noch warten.

Das ist ein ausschnitt aus unserem liebevoll eingerichtetem 10 bett zimmer. halbe mannschaft kommt aus asien und ist entweder betrunken oder schlaeft. unser hostel ist ein traum. fabrikhallenflair, mit sanitaeren anlagen der besonderen sorte, auch in der kueche gilt erhoehte seuchengefahr. aber dafuer ist es guenstig, trotzdem haben wir uns heute schon eine neue bleibe gesucht, im schoenen stadtteil woolloomooloo / Potts point. das macht doch einen wesentlich besseren eindruck. wir haben uns erstmal fuenf angesehen, weil im internet sieht alles wie 4 sterne aus :)





Freitag, 2. Januar 2009