Montag, 20. April 2009

Von Cairns nach Mackay

Neues aus Unten Drunter

Ja, langsam ist es mal wirklich wieder Zeit für einen Bericht von unserem Aufenthalt auf dem einzigen Kontinent, der zugleich ein Land ist.
Nach unserem letzten „Ausflug“ in das Red Centre Australiens, setzen wir uns in eine Maschine der Quantas Airline und flogen an die nördliche Ostküste, nach Cairns.
Cairns zählt 120.000 Einwohner und ist sehr touristisch geprägt. Parallelen zum Ballermann sind durchaus gegeben, allerdings ist die Promenade mit wesentlich weniger pöbelnden deutschen Touristen gesäumt. Als DAS Eingangstor für Ausflüge zum Great Barrier Reef hat Cairns auch einen entsprechenden Zulauf aus Asien und Europa. Das Great Barrier Reef, das weltgrößte Korallenriff, erstreckt sich von Papua-Neuginea aus südlich, entlang der Ostküste Australiens, über 200km und besteht aus über 2600 Einzelriffs und 300 Inseln. Es gilt als eines der 7 Weltwunder, da Korallen sich nur unter optimalen Bedingungen vermehren können und sie an dieser Stelle des Erdballs das einzige von Lebewesen Bauwerk geschaffen haben, das sich vom Weltraum aus bestaunen lässt. Zu seinem Namen „Große Barriere“ kam es übrigens, weil einer der Entdecker Australiens (Matthew Flinders) seine Schiffe an ihnen zerschellte. Soviel zu den Infos aus den Reiseführern. Natürlich ließen wir es uns nicht entgehen, den Korallen selbst einen Besuch abzustatten, schnorchelnder Weise. Mit einem Katamaran und etlichen anderen, hauptsächlich asiatischen, Touristen stachen wir am Morgen des 24. März 2009 in See. Nach zweistündiger turbulenter Fahrt über den Pazifik, hatten wir die Gelegenheit, von einer Koralleninsel aus, die Unterwasserwelt durch eine Taucherbrille zu sehen. Viele der mitgereisten Asiaten mussten darauf verzichten. Sie hatten es sich mit einer Papiertüte in liegender bzw. gebeugt sitzender Position auf dem Schiff gemütlich gemacht. Da halfen auch die Ingwer-Magenberuhigungstabletten nicht mehr. Bevor es zurückging, konnten wir aus einem Semi-Submarine heraus noch einen Blick auf das Leben unter Wasser werfen.
Dem Tagesausflug auf See folgte die Fortsetzung unserer Tour durch den Kontinent zu Land. Wir probierten etwas „Neues“ und mieteten einen Campervan japanischen Fabrikats. Der Toyota, umgangssprachlich auch Reiskocher genannt, bietet einer asiatischen Großfamilie viel Platz zum Fahren, Schlafen, Kochen und Leben. Einem Mittel- bis Nordeuropäer mag es jedoch etwas komisch vorkommen, wenn man beim Fahren die Ellenbogen zu beiden Seiten des Autos heraushalten kann. Na ja, dafür kommen in dem Wagen nostalgische Gefühle auf. Zwar wurde das Fahrzeug erst 2003 oder 2004 produziert, fahren tut es sich jedoch wie ein VW T2 aus den späten 70er Jahren.
Unser erstes Fahrtziel lag nördlich von Cairns. Der Daintree National Park mit dem Daintree River und das Cape Tribulation erwartete uns. Die Straße zwischen Regenwald und Küste gilt als eine der schönsten Strecken des Landes und konnte durchaus mit der Great Ocean Road mithalten. Auf dem Daintree River unternahmen wir eine Bootsfahrt und hofften darauf, Krokodile zu sichten. Es reichte dann nur für ein Babykrokodil, das faul im Gras am Ufer lag. Das Cape Tribulation war ebenfalls sehr sehenswert, konnte jedoch nicht unbedingt mit den schon besuchten Buchten und Stränden mithalten.
Zurück gen Süden ging es durch das Hinterland (englisch wie deutsch mit der gleichen Bedeutung belegt). Wir durchquerten das Atherton Tableland, dessen Klima weniger tropisch schwül war und eher an die Heimat erinnerte. Die Landschaft mit ihren sattgrünen Wiesen und Hügeln wies auch starke Ähnlichkeit zum Weserbergland auf. Das Atherton Tableland ist auch als Land der Wasserfälle bekannt. Die Zahl der Wasserfälle, die wir besucht haben, grenzt schon am zwei stelligen Bereich. Die meisten waren wirklich sehr sehenswert und einige boten noch eine natürliche Badegelegenheit. Ein Highlight waren sicherlich die Millaa-Millaa-Falls inkl. der darin lebenden Wasserschildkröten.


Unser weiterer Weg führte uns zurück zur Küste. Bis wir wieder eine größere Stadt erreichten, sollten einige Zuckerrohrfelder durchquert werden. Wir campten auf Sportplätzen, neben Stränden, wo vor Krokodilen, Rochen und Quallen gewarnt wurde und auf dem ein oder anderen beschaulichen Campingplatz. Diese werden zum Einen gern von australischen Rentnern frequentiert, die ihr Haus gegen einen Wohnwagen getauscht haben und nur noch auf der Reise sind. Zum anderen geben einem die Eigentümer gern mal Insidertips zu Sehenswürdigkeiten, die nicht im Reiseführer erwähnt werden.
Die nächste größere Stadt, die auf unserer Route lag, war Townsville. Ca. 330km von Cairns entfernt, bot Townsville für den Reisenden nicht allzu viel Sehenswertes, außer einer 2,3 km langen Strandpromenade mit öffentlichem Meerwasserpool und einem Vorort in Insellage. Dieser, als Magnetic Island benannte, „Stadtteil“ war mit der Fähre in 20min erreicht und bestand zum Großteil aus nicht zu durchquerendem Nationalpark. Allerdings waren auf der Ostseite der Insel viele einsame Buchten den Besuchern zugänglich gemacht. Wir erkundeten sie eine nach der anderen zu Fuß und legten dabei eine beachtliche Strecke zurück.
Von Townsvillle aus, zog es uns entlang der Whitsunday Coast nach Airlie Beach. Dieser Touri-Ort war der Ausgangsort für unseren Segeltörn zu den namensgebenden Inseln der Küste. Der zweitägige Ausflug 3 Schnorchelgänge um Korallen und Fische zu beobachten sowie einen Ausflug an den Whithaven Beach, einen der wohl schönsten Strände der Welt. Natürlich konnten wir auch richtiges Segeln auf dem Pazifik erleben, mit all seinen Höhen und Tiefen, im wahrsten Sinne des Wortes. Über Nacht haben wir in einer ruhigen Bucht geankert und konnten uns vom Seegang in den Schlaf wiegen lassen. Fast perfekt, wäre da nicht die schnarchende Australierin in der Nachbarkoje gewesen, die (auf Nachfrage) natürlich richtig gut geschlafen hat. Die Wetterverhältnisse waren bereits vor unserem Trip nicht die besten-wir befinden uns noch in der feuchten Jahreszeit. Auf dem Schiff war in der Konsequenz das Tragen von Regenjacken obligatorisch. Der Regen sollte uns zurück an Land schließlich auch den Anblick zweier weiterer Wasserfälle vermiesen. Kurz vor dem Ziel erreichten wir im Eungella Nationalpark (Eungella=Land der Wolken) eine überflutete Straße, die eine Weiterfahrt unmöglich machte.
Inzwischen sind wir in der nächstgrößeren Stadt, Mackay, angelangt und verbringen hier auf einem Campingplatz die Osterfeiertage inkl. Kängurusteak und mit Zwiebelschale gefärbten Ostereiern. Das Ambiente auf dem Campingplatz bietet uns sogar eine Mischung aus australischer und europäischer, na gut…osteuropäischer Lebensweise. Palmen säumen den Weg zu den, an original ukrainische Plattenbauten erinnernden, Toilettenhäuschen. Gleich daneben der demontierte Spielplatz aus Tschernobyl. Aber wir wollen nicht klagen, uns geht’s gut. So weit so gut. Bald gibt es Neues aus down under. Wir planen auf dem Weg nach Brisbane einen kleinen Abstecher in das Outback, wo wir uns auf die Suche nach Smaragden begeben wollen. Vielleicht finden wir dort eine bessere Verdienstmöglichkeit als mit dem Ernten von Obst und Gemüse.

Huhu,
ja, wir leben noch...
und ja, wir wissen, dass der Blog im Moment ziemlich lahmt...
Aber wir sind Camper und froh, wenn wir regelmaessig eine Dusche finden, die nicht schon von diversen Froeschen, Echsen, Schlangen und anderem Kriechtier okkupiert ist, da kann von regelmaessigem Internet keine Rede sein ;)
Ich bin gerade in der public library und da darf man nichts laden, dafuer kostet das Internet auch nichts. sehr nett.
Aber zu eurem Trost, Dirk hat da letzte Woche mal was vorbereitet, hoechst lehrreich und detailliert, muss er nur noch online stellen, aber die Jungs ziehen es ja vor, sich in der oertlichen Rum-Distillery rumzutreiben:)
Kann also noch ein wenig dauern...
Uns gehts immernoch gut und wir koennen diesen Mittwoch stolz unser erstes Camperjubilaeum feiern, seit vier Wochen cruisen wir dann mit unserem "Familienreiskocher" (zit. Dirk) durch Queensland und haben es auf wundersame Weise geschafft, uns noch nicht ernsthaft auf die Nerven zu fallen. Fuer drei Menschen ist ein Toyota Hiace Campervan naemlich definitv nicht gerade ein Wunder der Geraeumigkeit. Ausserdem schweisst der Kampf gegen den gemeinsamen Feind zusammen, ach was, es sind Tausende...Muecken!!!
Liebe Gruesse aus Bundaberg, Qld
Tine

Dienstag, 24. März 2009

The Red Centre

Unser großes Outback-Abenteuer begann mit einer langen, langen Zugfahrt. Da wir uns die ca. 1300 km auf dem Highway nicht geben wollten, verließen wir Adelaide am Sonntag, den 15. März, mit dem legendären Ghan.
Nach einer Party mit leckerem Wein, diversen Zugbekanntschaften (in der Bahn trifft man ja bekanntlich immer die komischsten Leute) und einer Nacht auf dem Abteilboden, erreichten wir nach 27 Stunden Alice Springs. Neben muckeligen 38 Grad begrüßten uns auch gleich die Ersten von geschätzten 10 000 000 Fliegen, die es sich zur Lebensaufgabe gemacht haben, einem zu Reinigungszwecken in Mund, Nase, Augen und Ohren krabbeln zu wollen. Sie können nicht verstehen, dass man als handelsüblicher Europäer von dem Service nicht wirklich angetan ist und bleiben hartnäckig am Ball. Alice Springs ist eine staubige, etwas miefige, aber recht sympathische Stadt, was aber vor allem wohl daran liegen mag, dass man einfach erstaunt ist, eine richtige Stadt in der Einöde anzutreffen.
Am nächsten Morgen ging es früh um sechs los. Wir hatten das Glück, während unserer Fahrt wilde Kamele, Wildpferde und verschiedene Echsen von stachelig bis 1 Meter lang zu sehen. Neben den Wundern der Tierwelt, erlebten wir noch andere Dinge. Wir kletterten durch den Kings Canyon, besuchten den Kata Tjuta National Park und natürlich DEN Stein schlechthin: Uluru. Wir konnten erstaunt feststellen, dass dieser von 1000 Fotos und Postkarten bekannte Stein von seinem Zauber und seiner Anziehungskraft verliert, je näher man ihm kommt. Beeindruckend ist er allein aufgrund seiner Größe auch aus der Nähe noch, von weitem jedoch, im Licht der untergehenden Sonne leuchtend, ist es was Besonderes.
Geschlafen haben wir während der dreitägigen Tour in swags (1 Mann-Zelte) auf dem roten Sandboden unter einem sagenhaften Sternenhimmel. Die Milchstraße war deutlich zu sehen, das Kreuz des Südens haben wir endlich gesichtet, einigen Mitgliedern aus unserer Gruppe erklärt, dass man den Nordstern in der südlichen Hemisphäre wohl eher nicht sehen kann und natürlich fielen jede Menge Shooting Stars.
Nach der Rückkehr zum Hostel feierten wir noch eine Party mit der Gruppe, was sich auch unser "german couple" Gisela und Peter nicht entgehen ließ. Die beiden rüstigen Rentner haben für viel Unterhaltung gesorgt und während der drei Tage, die wirklich anstrengend waren, tapfer durchgehalten.
Nach einem Tag zur Erholung, verließen wir Samstag Central Australia und flogen weiter in den tropischen Norden nach Cairns. Jetzt sitzen wir im Gewächshausklima, haben aber endlich mal wieder Internet :)


Montag, 23. März 2009

Und dann hatten wir sie endlich erreicht. Die Great Ocean Road! Bei nicht all zu stabilen Wetterverhältnissen machten wir uns auf den Weg, nachdem wir noch eine Nacht in Geelong verbrachten. Am ersten Tag der „richtigen“ Tour machten wir in Apollo Bay halt, um Peti’s kleiner Schwester einen Besuch abzustatten. Das Wechselspiel des Wetters war wenigsten beständig und man konnte sich darauf verlassen, dass nach einem Schauer auch wieder die Sonne kam. Und dann das nächste Schauer.




Bis zum Abend ging es so, auch als wir uns nach dem AbendBROT (wir haben es verpasst, noch was Richtiges zu kaufen) noch aufgerafft haben, um zum Strand zu gehen.



















Aber wir sind belohnt worden. Wir haben Koalas gesehen und zwar mehr als drei, es waren mindestens dreißig und manche sogar im Doppelpack!


Als nächstes stand ein kleines Offroad-Abenteuer für unseren Camry auf dem Programm. Wir hatten ganz harmlos geplant, uns ein paar Wasserfälle an zu schauen und zack… …da war die Straße weg! Natürlich regnete es immer noch und unser Auto sah, auch im Sinne von Europcar, verboten aus.






Das Wetter wurde gaaaanz langsam besser, bzw. die Abstände zwischen den Schauern verlängerten sich und so haben wir immer die lichten Momente genutzt, um die Look-Outs der ganz großen Sehenswürdigkeiten der Great Ocean Road anzusteuern.




Nach drei Tagen haben wir die GOR verlassen und mal wieder einen Nationalpark besucht. Den Grampians NP. Und was dieser an Fauna zu bieten hatte, war nicht von schlechten Kängurus.
Auch diese konnten wir aus nächster Nähe beobachten und auch wieder im Doppelpack bestaunen!
Auf unserem Weg lagen wieder Wasserfälle, konnten wir da „Nein“ sagen? Nö, natürlich nichts wie hin. Die McKenzie Falls waren die ersten Fälle, die sich richtig gelohnt haben, wo auch mal richtig was gefallen ist!
Nach einer Stunde Fahrt waren wir auch schon wieder in einer anderen Welt oder im Nichts - das kann man sehen wie man will und zwar ganz weit.
Wir kamen bald im Landesinneren in ein „Fight the Fruitfly, böse, böse Fruchtfliegen“-Gebiet und waren gezwungen fast alle unsere Obst- und Gemüsevorräte auf einmal zu essen (im Camry, fünf Meter vor dem Kontrollpunkt: 4 Paprika, 4 Äpfel, 2 Tomaten, bei den Zwiebeln mussten wir aufgeben – schade!) Wenigstens mussten wir nicht alles wegschmeißen.
Im Barossa Valley, DEM Weinanbaugebiet überhaupt in Australien, sagt man sich. Wir motivierten uns zu einem Ausflug mit dem Radel. Die Sonne hatten wir seit zwei Tagen wieder voll und ganz auf unserer Seite und im Rücken. Wir wollten das ein oder andere Weingut mal aus der Nähr betrachten und auf der Karte von der Tourist-Info sah das auch alles ganz nah zusammen liegend aus. Wir hatten den Fahrradvermieter noch nicht ganz erreicht und wurden eines Besseren belehrt. Am Folgetag wurden natürlich auch ein paar Schätze der Natur geshoppt, ein großer Tag stand ja bald an und man musste vorbereitet sein (nicht, dass es doch wieder der Tetra-Pack-Wein aus den nächsten Bottle-Shop wird)… …so wechselten vier Flaschen Rotwein und eine Flasche Rotwein mit „Bubbels“ sowie 120 A$ die Besitzer. Die Enttäuschung wartete in Adelaide. Unser Hostel ist bis auf selbstverkaufen Alkohol alkoholfrei. Aber Mittel und Wege finden sich immer!

Kleiner Nachtrag: Wir haben der ältesten deutschen Siedlung Australiens noch einen Besuch abgestattet und sind neben vielen nicht-typisch deutschen Sachen auf ein Stück Ostwestfalen gefunden. Eines der netten Gebäude wurde nach der Brauereistadt Detmold benannt.


Dann ging die große Zugreise im Ghan los. Wir fuhren direkt in die Mitte Australiens und werden im nächsten Eintrag mehr davon berichten.

Montag, 2. März 2009

Der Weg wird das Ziel

Ab Morgen werden wir uns dann wieder mit einem (vermutlich asiatischen) Mietwagen auf den Weg begeben, einen Mitsubishi hatten wir noch nicht. (Dirk würde sich ja sehr freuen wenn ein kein "Reiskocher" werden würde)

Es ist diesmal nicht nur ein Weg, es ist die "Gerat Ocean Road". Adelaide heißt das nächste Etappenziel, aber je nach dem wie das Internet uns gesonnen ist und Mäccen unseren Weg säumen gibt es auch mal einen Zwischenbericht!

Mit den letzten Grüßen aus Melbourne

Melbourne: Ist es womöglich
a) der Blick von unserer Dachterrasse auf den Hafen von Melbourne?
b) der Blick auf den Hafen vom EUREKA Skydeck?
c) der Angriff der Klonkrieger?

Freitag, 27. Februar 2009 Fleischtag in Melbourne: Gut, dass Wallabys zu klein sind, sonst würde es wie Känguru auf dem Teller landen